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«Das Schauspiel Die Stiftung des spanischen Dramatikers Antonio Buero Vallejo, an dessen groBartiges Stück Der Traum der Vernunft sich die Rostocker Theaterfreunde gern erinnern, bietet [...] ein treffendes Bild imperialistischer Machtstrukturen. Regisseur Siegfried Böttger [...] hat [...] die geistige Grundtendenz des Werkes [...] hervorgehoben, die sich in der Überzeugung der Gefangenen: 'Wir haben die Pflicht zu siegen' offenbart, - nach des Autors Absichten eigentlicher Schlüsselsatz des Stücks.»

 

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«Siegfried Böttgers ausgewogene Regieleistung ist es vor allem zu danken, wenn Antonio Buero Vallejos Auffassungen von der Notwendigkeit revolutionärer Gewalt und der strikten Ablehnung von Grausamkeit sich [...] als erst noch zu erringende Grundhaltung verwirklichen lässt

 

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«Aus dem neunköpfigen Darstellerensemble, das eine gute Gesamtleistung bietet, ragen drei Figuren heraus: Gerd Micheel (Anselmo) [...] Siegfried Kellermann (Tomás) [...] und Klaus Pönitz (Julio) [...] Lob verdient die Ausstattung Wolfgang Fleschs, die den allmählichen und plötzlichen Wechsel zwischen Glanz und Elend symbolisiert.»

 

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«Antonio Buero Vallejo [...] ist kein Unbekannter mehr auf der Rostocker Theaterszene. Und die Rostocker haben ihn bekanntgemacht, in der Hauptstadt und darüber hinaus, ihn und seinen Traum der Vernunft, jenes groBe Stück über Goya. Modellinszenierungen wie jene setzen MaBstäbe im Künstlerischen, wecken Hoffnungen [...] für Folgendes [...] Um es Voraus zu sagen, die Stiftung steht dem Traum nicht nach, weder in der Dramatik noch in der Eindeutigkeit des Autorenanliegens [...] Die Stiftung ist ein Stück gegen die etablierte Ungerechtigkeit in der zivilisierten, perfektionierten Welt des Mammons und des Terrors

 

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«Wird ihnen der Tunnel gelingen in die 'Freiheit', die genauso trügerisch ist wie diese Stiftung?»

 

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«Die Stiftung -ein politisch brisantes Stück, ein optimistisches Stück, dem Erfolg beschieden sein wird, auch, weil es Raum für Emotionen hat

 

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«In dem 1973 am Volkstheater Rostock ebenfalls für die DDR zum ersten Mal aufgeführten Drama über den Maler Francisco de Goya, Der Traum der Vernunft, zeigt derselbe Autor einen Künstler, der mit aller Kraft inmitten der Finsternis absolutistischer Macht ein visionäres Bild der Hotfnung verteidigt. Der Traum des jungen Schriftstellers Tomás aus der Stiftung [...] ist die Flucht aus der erschreckenden Wirklichkeit

 

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«Bueros Stück gibt ein Bild der spanischen Diktatur und der Menschen, die ihr widerstehen, und ist [...] in seiner Genrebezeichnung als Fabel eine Verschlüsselung. Aber es ist über die konkrete Geschichte der fünf zum Tode verurteilten hinaus tatsächlich eine Fabel [...] die [...] auf den Abbau von illusionen über die kapitalistische Klassenherrschaft zielt. Buero verbindet die allmähliche Enthüllung seines szenischen Schauplatzes als Gefängnis mit der geistigen Enthüllung der Umwelt auBerhalb der Gitter als anderes, gröBeres Gefängnis.»

 

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«Die Stärke der Rostocker Erstaufführung von Bueros Stiftung liegt in der suggestiven Überzeugungskraft einer autortreuen Regie und bemerkenswerter schauspielerischer Leistungen.»

 

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«Dass Borchardt eine Interpretation dieser Parabel [...] gelingt, die von einer in diesem Haus selten erlebten Intensität ist, liegt erstens an der Spielvorlage. Zum anderen daran, dass die Ulmer Fassung auf die Spannung mindernde und für das Verständnis unnötige Textpassagen des Originals verzichtet. Zum dritten an Werner Hütterlis Bühnenbild. Er hat sich an des Autors Anweisungen gehalten.»